Die Praxis in Sprachberufen untersuchen

Ich sehe was, was du nicht siehst: Die Beobachtung

Thema a Die Beobachtung als Forschungsmethode: Systematisch festhalten, was Menschen tun

Aufgabe 1 | Explorative Beobachtung: Einen ersten Eindruck gewinnen [5']

Aufgabe 1 | Explorative Beobachtung: Einen ersten Eindruck gewinnen [5']

Was ist explorative Beobachtung und wozu eignet sie sich? – Beschreiben Sie dies in wenigen Sätzen

Lösung
Mit explorativer Beobachtung erkunden Forschende das Sichtbare eines Gegenstands, über den sie und/oder die Forschung überhaupt noch wenig wissen. Die Methode eignet sich dazu, in einem neuen Untersuchungsgebiet erste Eindrücke und Informationen zu sammeln. Dabei beobachten und beschreiben wir nur einen oder wenige Fälle, diese aber genau und ausführlich.
Aufgabe 2 | Handlungen beobachten: Gesprächsverhalten festhalten [45’]

Aufgabe 2 | Handlungen beobachten: Gesprächsverhalten festhalten [45’]

In dieser Übung beobachten Sie Teilnehmer*innen einer TV-Diskussion zum Thema Quiet Quitting am Arbeitsplatz

Sternstunde. Schluss mit Überstunden:

(Quiet Quitting: Gut leben statt gut arbeiten? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur, 11.12.2022)

Lesen Sie die Einführung unterhalb des Videos (grau hinterlegter Text bis und mit «Sendungsverantwortliche»). Beschreiben Sie kurz schriftlich die Situation, wo diese Menschen sind und was sie tun. Nun spulen Sie im Video zu Minute 47:38 vor und beobachten die Akteur*innen bis Minute 53:13. Halten Sie dabei stichwortartig fest, was Sie sehen.

Beantworten Sie nun folgende Fragen:

    1. Was für Dinge haben Sie notiert?
    2. Was könnten mögliche Forschungsfragen sein? Schreiben Sie drei auf. Achtung, es geht nicht darum, was die Akteur*innen sagen, denn das wäre eine Inhaltsanalyse, sondern wie sie sich verhalten.
    3. Sehen Sie Probleme, wenn Sie das Verhalten aller vier Akteur*innen festhalten müssen?
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Lösung
      1. Sie können u.a. folgende Handlungen notiert haben: sprechen, gestikulieren, Augen verdrehen, trinken, sich jemandem zuwenden, sich zurücklehnen, jemandem ins Wort fallen und das Wort erteilt bekommen. Dabei sollten Sie auch festhalten, wer die Handlung ausübt und für die Sprechakte z.B. auch wie lange sie dauern.
      2. Mögliche Forschungsfragen: Wie funktioniert der sogenannte Sprecherwechsel (Turn-Taking) zwischen den Redner*innen? Wer hat wie viel Redezeit? Wie nehmen die zwei Moderator*innen ihre Rolle wahr? Welches sind Zeichen von unterstützender bzw. von ablehnender non-verbaler Kommunikation?
      3. Ein Problem ist z.B., dass nicht immer alle vier Personen zu sehen sind, da die Kamera manchmal auf die redende Person zoomt. Das heißt, es muss auch festgehalten werden, wie lange überhaupt alle vier gleichzeitig sichtbar sind und damit ihr Verhalten und Interagieren eingeordnet werden kann. Ein anderes Problem ist, dass die Sequenz nur ein kurzer Ausschnitt aus dem ganzen Gespräch ist. Ihre Beobachtung bzw. deren Auswertung ist also möglicherweise nicht repräsentativ für das ganze Gespräch.
    1.