Sprache und Maschine
To be or not to be: Sprachnormen online und offline | Christa Stocker
Thema d Nonstandardvarietäten: Gezielte Abweichungen ja, Anbiederung nein
Aufgabe 1 | Jugendsprache: Unter Peers [25']
Erleben Sie die Besonderheiten einer jugendsprachlichen Nonstandardvarietät:
Hören Sie sich die Audioaufnahme eines Gesprächs unter Schweizer Jugendlichen an*. Das Transkript mit einer interlinearen Übersetzung ins Standarddeutsche hilft Ihnen dabei. Welche Besonderheiten im Sprachgebrauch und in der Kommunikation beobachten Sie? Welche Zielnormen werden in dieser Nonstandardvarietät verletzt?
Transkript zur Aufnahme eines Beispiels Deutschschweizer Jugendsprache mit interlinearer Übersetzung Schweizerdeutsch–Standarddeutsch:
*Mit freundlicher Genehmigung von Fabienne Tissot, Stephan Schmid und Esther Galliker, die das Gespräch im Rahmen des SNF-Projekts Jugendsprache in der Deutschschweiz (2006-2008) an der ZHAW erhoben und transkribiert haben. Das Transkript mit ausführlicher Diskussion findet sich in: Tissot, Fabienne; Schmid, Stephan & Galliker, Esther (2011). Ethnolektales Schweizerdeutsch: soziophonetische und morphosyntaktische Merkmale sowie ihre dynamische Verwendung in ethnolektalen Sprechweisen. In Glaser, Elvira; Schmidt, Jürgen Erich; Frey, Natascha (Hrsg.), Dynamik des Dialekts – Wandel und Variation. Akten des 3. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD) (Vol.144, 319–344). Stuttgart: Steiner. [zit. 3.9.2021]
Besonderheiten im Sprachgebrauch
Jugendsprachliche Elemente:
- Diskurspartikeln, diskursive Muster: ey Mann
- albanische Schimpfwörter
- syntaktische Reduktionen wie Auslassung von Artikeln und Präpositionen
- Orientierung an Ethnolekt (syntaktisch, phonetisch)
- thematische Orientierung an Wertesystem
- Bricolage: Kombination versch. Versatzstücke
Aber auch:
- Mischung aus Dialekt und Ethnolekt
Kommunikative Funktion:
- Unterhaltung
- gemeinsam Spaß haben durch sprachlichen Wettstreit