Sprache und Maschine

Mehrsprachigkeit und Technologie: Who's lost in translation | Alice Delorme Benites, Caroline Lehr

Thema b Mehrsprachigkeit in Berufsfeldern: Luxus, Problem oder Chance?

Aufgabe 1 | Mehrsprachigkeit (?): ”Fawlty Towers” [10']

Aufgabe 1 | Mehrsprachigkeit (?): ”Fawlty Towers” [10']

Erleben Sie, wie mehrsprachige Kommunikation ohne entsprechende Kompetenzen scheitern kann. Schauen Sie den Auszug aus der britischen Comedy-Serie Fawlty Towers:
 
 
Inwieweit ist Mehrsprachigkeit eine Chance oder ein Problem?
Lösung
  1. Mehrsprachigkeit ist hier eine Chance, um Arbeitskräfte zu finden; Finanziell gesehen sieht der Arbeitgeber (Basil Fawlty, gespielt von John Cleese) dies als Chance, Kosten zu sparen, indem er einen Spanier eingestellt hat.
  2. Mehrsprachigkeit ist ein Problem, wenn die jeweiligen Sprachkompetenzen der Arbeitspartner nicht ausreichen, um effizient zu kommunizieren. Finanziell gesehen könnten hier erhöhte Kosten entstehen, wenn die Anweisungen zur Portionierung der Butter nicht verstanden werden.
Aufgabe 2 | Mehrsprachig: Die Schweiz und Englisch [10']

Aufgabe 2 | Mehrsprachig: Die Schweiz und Englisch [10']

Mit der Aufgabe „Sprachen in der Schweiz“ erhalten Sie detaillierte Einblicke in die Sprachkenntnisse der Schweizer Bevölkerung. Beobachten Sie folgende Tabelle. Wie hoch ist der jeweilige Anteil der Sprachbevölkerung, der neben seiner Hauptsprache Englisch spricht? Und eine weitere Nationalsprache?
 

 

Lösung
Die meisten über 15-Jährigen sind am häufigsten in Kontakt mit der eigenen Muttersprache oder Haussprache. Am zweithäufigsten verwenden sie Englisch, wobei Englisch nur höchstens knapp unter 50% ausmacht. Das bedeutet, dass die Hälfte der Bevölkerung auch nicht Englisch regelmäßig verwendet. Die anderen Sprachen sind bei 20% oder 10%. So sehen wir, dass die Mehrsprachigkeit der Schweiz nicht unbedingt für die Individuen gilt.
Aufgabe 3 | Sprachwahl und Kaufverhalten: Fall Can’t Read Won’t Buy [15']

Aufgabe 3 | Sprachwahl und Kaufverhalten: Fall Can’t Read Won’t Buy [15']

Im Fall „Can’t Read Won‘t Buy” erfahren Sie, wie sich die Sprachwahl auf unser Kaufverhalten auswirkt. Schauen Sie sich folgende Zahlen an.
 

Quelle: https://csa-research.com/Featured-Content/Global-Growth/CRWB-Series/CRWB-B2C#10Facts

Welche Bedeutung haben die fünf Zahlen aus der Abbildung («Can't Read Won't Buy in Figures») für die Kommunikationsberufe?

 

Lösung

65% "Prefer content in their language – even if it's in poor quality": Mehrsprachige Kommunikation kann nur bedingt erfolgen, wenn lediglich auf Englisch als lingua franca gesetzt wird.

67% "Tolerate mixed languages on a website": Mehrsprachigkeit gehört mittlerweile zur Gestaltung digitaler Inhalte.

73% "Want product reviews in their language": Hier sehen wir die Dimension der Lokalisierung. Wir identifizieren uns mit anderen Nutzer*innen im Netz durch eine gemeinsame Sprache.

66% "Use online machine translation": Es bedeutet, dass wenn ich etwas ins Internet stelle (Website, Post, usw.), eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass es irgendwann maschinell übersetzt wird (und vielleicht nicht korrekt).

40% "Will not buy in other languages": Zwar sind es weniger als die Hälfte der Respondenten, jedoch sehen wir, dass die Sprache, in der ein Produkt geworben wird, mitentscheidet.

Aufgabe 4 | Rezeptive Mehrsprachigkeit: Fall Röstigraben [5']

Aufgabe 4 | Rezeptive Mehrsprachigkeit: Fall Röstigraben [5']

Im Fall «Röstigraben wieder aufgeklafft» sehen Sie, warum rezeptive Mehrsprachigkeit für guten Journalismus in der Schweiz entscheidend ist. Lesen Sie den Titel und den Lead des Artikels der Aargauer Zeitung: https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/rostigraben-wieder-aufgeklafft-warum-mehr-romands-mehr-ahv-wollen-ld.1583493
 
Notieren Sie sich kurz, warum dies die Relevanz rezeptiver Mehrsprachigkeit für Journalismus ist. Überlegen Sie sich eine weitere Situation, wo sie wichtig wäre.

 

Lösung
Ohne rezeptive Mehrsprachigkeit können Deutschschweizer Journalisten immer nur die deutschsprachige Perspektive berichten und gesamtschweizerische Phänomene nicht abdeckend untersuchen.